Herzfrequenzvariabilität | Hamstrings | S&C | Verletzungsprävention | Trainingssteuerung | Monitoring | Wearables | Fußball | Basketball | Ausdauersportarten | Leichtathletik

Mein Name ist Thomas Gronwald und ich leite das Department Performance, Neuroscience, Therapy and Health an der MSH Medical School Hamburg seit 2017. Ich bin Trainingswissenschaftler und -methodiker mit dem Schwerpunkt Belastungs- und Beanspruchungssteuerung. Im Speziellen beschäftige ich mich mit der Trainingssteuerung für Ausdauer- und Spielsportathleten über Biomarkeranalysen sowie mit Auswirkungen von Ermüdungsprozessen auf das autonome und zentrale Nervensystem und der systemdynamischen Selbstregulation, zum Beispiel über Analysen der Herzfrequenzvariabilität. Zudem arbeite ich an Analysen von Verletzungsmustern und multimodalen Trainingsansätzen zur Verletzungsreduktion in Spielsport- und Individualsportarten. Ich bin Mitglied der National Strength and Conditioning Association (NSCA), zertifiziert als „Certified Strength and Conditioning Specialist (CSCS)“ und arbeite mit Ausdauer- und Spielsportathleten zusammen. Außerdem bin ich Mitglied des European College of Sport Science (ECSS), der weltweit führenden Institution für Sportwissenschaft. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Lebensqualität direkt proportional zum 1-RM beim Kurzhantel-Schrägbankdrücken steigt.
Das Ziel meiner Forschungs- und Praxistätigkeit ist es, das Verständnis für trainingsbedingte akute Reaktionen und chronische Anpassungen zu verbessern. Mit meiner Forschung möchte ich Belege für die Optimierung von Traininginterventionen insbesondere im Bereich des Ausdauer- und Krafttrainings liefern, um über innovative Wege von Diagnostik, Monitoring und Ansätze der Trainingssteuerung Aspekte der Leistungsfähigkeit, Verletzungsprävention und Gesundheit zu verbessern. In den meisten Fällen setze ich dafür valide Wearable-Technologie ein, um die Umsetzung in der Praxis für verschiedene Populationen zu erleichtern. Die Studien und methodischen Anstätze werden im "G-Lab - Exercise Physiology and Injury Prevention" oder mit Hilfe von Feldanalysen in der Sportpraxis umgesetzt. "G" steht hierbei für Schwerkraft (engl. gravity), einem Stressor und Belastungsfaktor dem viele Einflussgrößen mit denen wir uns im Bereich der Leistungsphysiologie und Verletzungsprävention beschäftigen untergeordnet werden können.
In den folgenden Datenbanken findest Du eine umfassende Übersicht der Publikationen unserer Arbeitsgruppen - Teamarbeit! Zudem sind unter Research Gate alle Open Access Publikationen als Volltext verfügbar.

Wichtige Kooperations- und ForschungspartnerInnen:
Alexander Törpel, Dr. (Bundestrainer Diagnostik, Deutscher Schwimm-Verband)
Bruce Rogers, Dr. (University of Central Florida)
Sebastian Ludyga, Prof. Dr. (Professur Sport- & Gesundheitspädagogik, Universität Basel)
Paula Theobald (Universität Potsdam)
Fabian Herold, Dr. (Health and Medical University Erfurt)
Olaf Hoos, Prof. Dr. (Professur Trainingswissenschaft und Sportbiologie, Universität Würzburg)
Pascal Edouard, Prof. Dr. (Professorship Physiology, Université Jean Monnet, Saint-Étienne)
Karsten Hollander, Prof. Dr. Dr. (Professur Sportmedizin, MSH Medical School Hamburg, leitender Verbandsarzt des Deutschen Leichtathletik-Verbandes)
Tim Hönig, Dr. (UKE Hamburg)
Tron Krosshaug, Prof. Dr. (Professur Biomechanik, Oslo Sports Trauma Research Center, Norwegian School of Sport Sciences)
Christian Klein, Dr. (Leitung Sportwissenschaft, VBG)
Marcelle Schaffarczyk, Dr. (Universität Würzburg)
Peter Düking, Prof. Dr. (Professur Sportwissenschaft mit Schwerpunkt Bewegung und Training, Universität Braunschweig)
Billy Sperlich, Prof. Dr. (Professur Trainingswissenschaft, Universität Würzburg)
Hannes Kock (Fachgruppenleiter Biathlon, IAT)
Henning Budde, Prof. Dr. Dr. (Professur Sportwissenschaft und Forschungsmethodik, MSH Medical School Hambrug)
Bas van Hooren, Prof. Dr. (Professorship Movement Sciences, Maastricht University)
Clint Bellenger, Dr. (Lecturer in Human Movement, Exercise and Sport Science, University of South Australia)
Kuno Hottenrott, Prof. Dr. (Professur Trainingswisenschaft, Universität Halle-Wittenberg)
Marco Altini, Dr. (Founder of HRV4Training, Vrije Universiteit Amsterdam)
Toon de Beukelaar, Prof. Dr. (Professorship in Movement & Performance Sciences, KU Leuven)
Hier findest Du eine Übersicht über einige unserer Schlüsselprojekte.
In diesen Übersichtsarbeiten haben wir den Status von Monitoringanwendungen der Herzfrequenzvariabilität über Trendanalysen zusammengefasst. In diesem Rahmen haben wir 2024 den potenziellen Mehrwert von Lagewechsel-Testungen (Orthostase) in trainings- und gesundheitswissenschaftlichen Feldern zusammengetragen.


In einem ausführlichen Überblicksbeitrag haben wir uns mit traumatischen Muskelverletzungen für das Journal "Nature Reviews Disease Primer" in 2023 auseinander gesetzt. Die Datenlage ist schwerpunktmäßig im sportlichen Setting zu finden, es gibt jedoch auch wesentliche Erkenntnisse aus der Arbeitswissenschaft, dem Millitär ("Special Forces") und der Allgemeinbevölkerung. Schwerpunkte waren Epidemiologie und Ätiologie, über Risikofaktoren zu Verletzungsmechanismen, sowie Diagnose und Screening, und Management von Muskelverletzungen. Der Volltext ist leider nicht kostenfrei verfügbar - kann aber über Research Gate angefragt werden.
In dieser Studie konnten wir erstmalig 2023 systematische Verletzungsmuster der Hamstringsmuskulatur im Profifußball analysieren; der Volltext ist leider nicht frei verfügbar, aber wir konnten eine Infografik und Deutsche Zusammenfassung für die DFB-Akademie bereitstellen (siehe Link unter der Infografik).
Bezugnehmend auf die Verletzungsmusteranalysen über Videodaten ist uns aufgefallen, das es keine Standards gibt um solche Studien methodisch aufzubauen und auch die Qualität für Übersichtsarbeiten zu bewerten. Daraufhin haben wir uns 2024 entschieden, die sogenannte QA-SIVAS Skala zu entwickeln mit genau diesem Anspruch; die Bewertungsskala wird derzeit schon regelmäßig zur Bewertung von Studien aber auch für die methodische Gestaltung von Videoanalysen im sportlichen Kontext eingesetzt.

In diesen "Viewpoint" und "Perspective" Artikeln beschäftigen wir uns mit dem Begriff Dosis im Kontext der Trainingssteuerung und Reizsetzung. Wir bauen dazu ein Modell für die Konstrukte von Belastung und Beanspruchung sowie beeinflussender Faktoren auf. Es werden zudem mögliche Wege der Trainingssteuerung aufgezeigt, die für Monitoringansätze in trainings- und gesundheitswissenschaftlichen Anwendungsfeldern nützlich sein können. Die Modelle dienen mir als Grundlage und Rahmenvorstellungen in Lehre und Forschung.

In diesen Übersichtsarbeiten haben wir unsere und weitere Studien zur Analyse der nicht-linearen Herzfrequenzvariabilität unter Belastung mit Hilfe der trendbereinigten Fluktuationsanalyse (DFAa1) zusammengefasst und Anwendungsszenarien mit Hilfe von Wearables skizziert.

Hier findest Du News zu aktuellen Publikationen und Projekten. Eine ausführlichere Liste findest Du unter dem Link:
Diese zweite, überarbeitete Ausgabe des Leitfadens und Rahmenkonzepts „Hamstring Strengthening for Soccer Athletes: Exercise Prescription and Programming“ – basierend auf evidenzinformierten und kontextsensitiven Entscheidungsprozessen – bietet einen aktualisierten Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen und praktischen Kenntnisstand zu trainingsbasierten, mehrkomponentigen Strategien zur Reduktion des Hamstring-Verletzungsrisikos im Profifußball. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Auswahl, Dosierung und Programmierung von Übungen.Der Praxisteil verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und berücksichtigt die synergistische Zusammenarbeit verschiedener Muskelgruppen. Entsprechend beschreibt der Leitfaden auch, wie Übungen zur Rumpfstabilisation, Beckenkontrolle sowie zur Kräftigung der Hüftextensoren dazu beitragen können, das Risiko von Hamstring-Verletzungen zu verringern.Angesichts der hochdynamischen und komplexen Natur von Hamstring-Verletzungsmechanismen sowie der spezifischen körperlichen Anforderungen im Fußball wird im Rahmenkonzept zudem erläutert, wie spezifsiche Anforderungsmuster wie Beschleunigung, Sprints mit maximaler Geschwindigkeit und Richtungswechsel – einschließlich Abbremsmanöver – als wichtige allgemeine und sportartspezifische Trainingsreize zur Reduktion des Verletzungsrisikos beitragen können.Dies ist ein Pilotprojekt im Self-Publishing über KDP – und nicht so einfach, wie ich zunächst gedacht habe. Der Leitfaden wurde überarbeitet und ist nun in seiner zweiten Auflage online verfügbar. Pro verkauftem Exemplar erhalte ich etwa 4 Euro, während der restliche Betrag an Amazon geht bzw. für die Druckkosten verwendet wird. Für die ersten 250 verkauften Exemplare werde ich insgesamt 1.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation spenden, die Kinder und Jugendliche unterstützt.
In diesem Editorial argumentieren wir, dass die Betrachtung komplexer Fragestellungen in der Sportwissenschaft und Sportmedizin nicht auf eine einzelne Methode oder Perspektive beschränkt bleiben sollte. Stattdessen plädieren wir für Triangulation – also die Kombination verschiedener Methoden, Datenquellen und theoretischer Ansätze –, um die Aussagekraft von Forschungsergebnissen zu erhöhen.Durch die Integration unterschiedlicher Perspektiven können wir Verzerrungen reduzieren, Ergebnisse besser einordnen und ein umfassenderes Verständnis von Leistung, Gesundheit und Trainingsprozessen gewinnen.Insgesamt fordern wir einen stärker interdisziplinären Ansatz und betonen, dass die Kombination mehrerer Evidenzquellen belastbarer ist als die Fokussierung auf einen einzelnen Zugang.
Diese Studie untersuchte verschiedene Methoden zur Bestimmung der Grenze zwischen dem „heavy“- und „severe“-Intensitätsbereich bei Freizeit-Triathleten und Radfahrern. Ziel war es, gängige physiologische Marker mit dem kalkulierten maximalen Laktat-Steady-State (cMLSS) als Referenz zu vergleichen.Die Ergebnisse zeigen, dass traditionelle Marker (z.B. laktat- oder ventilationsbasierte Schwellen) eine erhebliche Variabilität aufweisen und nicht immer gut mit dem cMLSS übereinstimmen. Dies deutet darauf hin, dass häufig verwendete Ansätze zu uneinheitlichen Intensitätseinteilungen führen können.Insgesamt verdeutlicht die Studie, dass die genaue Abgrenzung zwischen den Intensitätsbereichen methodenabhängig und anspruchsvoll ist. Die Ergebnisse verdeutlichen daher die Bedeutung einer sorgfältigen Methodenauswahl für die Trainingssteuerung und Leistungsdiagnostik, insbesondere bei Freizeitsportlern.
In unserer aktuellen Studie haben wir untersucht, wie biomechanische Faktoren die Unterschiede in der Laufökonomie beim Einsatz verschiedener moderner Laufschuh-Technologien (AFT) beeinflussen. In einem kontrollierten Crossover-Experiment testeten trainierte Langstreckenläufer drei Hochleistungsschuhmodelle, während ihr Energieverbrauch und ihre Bewegungsmuster analysiert wurden.Die Ergebnisse zeigen, dass eine kürzere Bodenkontaktzeit durchgehend mit einer verbesserten Laufökonomie verbunden ist – die Läufer benötigten also weniger Energie bei gleicher Geschwindigkeit. Allerdings erwies sich kein einzelnes Schuhmodell als eindeutig überlegen, was darauf hindeutet, dass Leistungsgewinne stark von der individuellen Biomechanik und deren Zusammenspiel mit dem jeweiligen Schuh abhängen.Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass eine personalisierte Auswahl von Laufschuhen entscheidend ist, anstatt sich auf ein universell „bestes“ Modell zu verlassen.

Indirekte und kontaktlose Muskelverletzungen treten in spezifischen sportlichen Szenarien (Verletzungssituationen) auf. Zur Aufklärung der Ursachen von Muskelverletzungen wurden mehrere Dimensionen situativer Merkmale untersucht, darunter Kontaktmechanismen, Gelenkstellungen oder die neuromuskuläre Kraftentwicklung. Trotz der Umsetzung präventiver Maßnahmen stehen Praktiker weiterhin vor der Herausforderung, die Häufigkeit von Muskelverletzungen im Sport zu reduzieren.In unserer kürzlich im British Journal of Sports Medicine veröffentlichten systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse wurden Muskelverletzungsmuster anhand von 728 videodokumentierten Muskelverletzungen im Sport charakterisiert. Qualitative und quantitative situative Merkmale (z.B. Verletzungsmechanismus, Gelenkstellungen zum Zeitpunkt der Verletzung) von Verletzungen der ischiokruralen Muskulatur, der Adduktoren, des Quadrizeps und der Wadenmuskulatur werden detailliert beschrieben. Während allgemeine Prinzipien der Muskelverletzungsentstehung anwendbar sind (z.B. hohe Muskelaktivierung bei gleichzeitiger Muskelexzentrik zum vermuteten Verletzungszeitpunkt), sind bestimmte Verletzungsmuster spezifischer für einzelne Muskelgruppen und Sportarten. Kenntnisse über die situativen Charakteristika unterstützen Praktiker bei einer präzisen Diagnosestellung und fundierten Therapieentscheidungen. Zukünftige Präventionsansätze für Muskelverletzungen sollten von einem klaren Verständnis der Verletzungsursachen geleitet sein. Der vollständige Text kann über ResearchGate angefordert werden.

Illustrations of situational patterns for indirect and non-contact muscle injuries (muscle strains). Please note that only a selection of the most common injury patterns based on included studies is illustrated (acknowledge the predominance of studies investigating male football players).A-I. Hamstring (running/sprinting): Hamstring injuries are frequently seen during high-speed running or acceleration phases. Modelling studies and case reports identified the open-chain late swing phase as being most vulnerable to injury. During this phase of the gait cycle, the muscle-tendon unit of the biceps femoris lengthens. However, confirmation of this finding appraising systematic real-world video data is yet to be done, and the specific running phase in which athletes are most vulnerable to hamstring injury remains a matter of debate.A-II. Hamstring (closed kinetic chain lunging injury pattern): The athlete performs a decelerating closed kinetic chain maneuver. At the assumed time of injury, the knee joint is close to full extension, the hip joint is in a flexed position (that is, lunging position). In the illustrated example, the trunk position is neutral (in reference to the earth horizontal) but varying trunk positions have been reported to be present at the assumed time of injury.A-III. Hamstring (open-chain kicking or reaching injury pattern): Open-chain injury patterns are typically observed during kicking or reaching maneuvers. Injury kinematics comprise a flexed hip joint combined with an extending knee joint movement. These injuries have been traditionally considered as overstretching injuries with the muscle-tendon unit being lengthened past its limit.B-I. Adductor (closed-chain change of direction injury pattern): Changes of directions are common situational patterns for adductor muscle injuries. The athlete performs a change of direction to catch a ball opposite to the moving direction. At the assumed time of injury, the injured leg is abducted and externally rotated while the adductor muscles are simultaneously activated to perform the deceleration and change of direction manoeuvre.B-II. Adductor (closed- or open-chain reaching injury pattern): The athlete performs a reaching manoeuvre with the non-injured leg towards the ball. At the assumed time of injury, the adductor muscle-tendon unit of the injury leg is lengthening due to hip extension, hip abduction and hip external rotation.B-III. Adductor (open-chain kicking injury pattern): This injury pattern shows similar injury kinematics (including hip abduction and external rotation) but is an open-chain injury pattern due to the player’s intention of kicking a ball with the injury-sided leg.C-I. Quadriceps (open-chain kicking injury pattern): A common observed injury kinematic of quadriceps injuries comprise a flexing hip joint and extending knee joint movement (that is, kicking manoeuvre).D-I. Calf (closed-chain stepping back injury pattern): In the illustrated example, the athlete is setting of to take a run (e.g., by performing a back-step manoeuvre). These manoeuvres are not only seen in running or football but are common in racquet sports (leading gastrocnemius muscle injury to be named “tennis leg”) or basketball. The underlying joint movements are ankle dorsiflexion and knee extension, thereby lengthening the calf muscle tendon unit. At the assumed time of injury, the knee is close to full extension, the ankle in more than 10° dorsiflexion, and the foot in external rotation.
In unserem neuen Perspektivartikel haben wir die aktuellen Erkenntnisse dahingehend interpretiert, dass akute und chronische körperliche Aktivität (PA) die kognitive Leistungsfähigkeit verbessern kann und dass die Art der PA diesen Effekt moderieren kann. Eine genauere Betrachtung der Literatur zeigt jedoch, dass bestimmte Arten von PA (z.B. Fußball) Ereignisse umfassen (z.B. sportbedingte Gehirnerschütterungen [SRC] und wiederholte “subconcussive” Kopfstöße [RSHIs]), die solche Vorteile abschwächen könnten. Angesichts der Tatsache, dass SRC und RSHIs sehr häufig vorkommen, aber in den aktuellen Klassifizierungsansätzen für PA-Arten nicht ausdrücklich berücksichtigt werden, schlagen wir vor, sie in der zukünftigen wissenschaftlichen Praxis und Theorieentwicklung zu berücksichtigen, um ein fruchtbares und differenziertes Verständnis der Dosis-Wirkungsbeziehungen zwischen PA und Kognition zu erlangen und eine bessere Individualisierung der PA-Steuerung zu erreichen.
Evaluation linearer und nicht-linearer HRV-Messwerte nach dem Training als Instrument zur Feinabstimmung von Monitoringprozessen und HRV-gesteuertem Training ist noch relativ wenig erforscht. Sie birgt jedoch ein erhebliches Potenzial für Ausdauersportler, die ein hohes Trainingsvolumen, unterschiedliche Trainingsintensitäten und/oder mehrere Trainingseinheiten pro Tag absolvieren. Dieser Ansatz kann physiologische Ruheanalysen ergänzen und ein umfassenderes Verständnis der Erholung und der Regulation des autonomen Nervensystems vermitteln.Unsere neue Studie ergänzt den aktuellen Forschungsstand zu Erholungsprozessen nach körperlicher Betätigung und zeigt, dass intensives Training die Reaktivierung des Parasympathikus vorübergehend verzögert. Eine stärkere homöostatische Störung, die durch die höhere Trainingsintensität hervorgerufen wird, führt zu einer verzögerten Reorganisation und zu niedrigeren Werten der linearen HRV-Messgrößen während der passiven Erholung. Die Ergebnisse bestätigten auch die Annahme, dass DFAa1 nach dem intensiveren Training eine stärker korrelierte Reorganisation und Überkompensation aufwies. Höhere Korrelationseigenschaften können auf mehr Ordnung und Interaktion der beteiligten Kontrollprozesse hinweisen, die die Erholung steuern. Dies deutet auf eine stärkere systemische Kontrolle hin, um die Anforderungen höherer Trainingsintensitäten im Rahmen eines homöodynamischen Verständnisses der organismischen Regulation zu verarbeiten. Die Evaluation standardisierter linearer und nicht-linearer HRV-Messwerte nach dem Training als Monitoringinstrument könnte eine wertvolle Ergänzung für Ausdauersportler sein, da sie die Bewertung regelmäßiger Trainingseinheiten unterstützt und eine Ruhephasenanalyse am Morgen nach dem Aufwachen ergänzt. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um das Potenzial für die Strukturierung von Mikrozyklen und täglichen Trainingsprogrammen, die auf die individuelle Reaktivierungskinetik zugeschnitten sind, zu überprüfen.
In dieser von Dr. Lars Schwalm geleiteten und in der renommierten Fachzeitschrift MSSE veröffentlichten Studie haben wir die Vorteile fortschrittlicher Schuhtechnologien (AFTs) für die Laufökonomie (RE) untersucht. Der Stand der Forschung zeigte bereits Verbesserungen der RE mit AFTs während kurzer Laufphasen, während die leistungssteigernden Effekte über längere Distanzen möglicherweise größer sind. Daher war es das Ziel, die RE und die Biomechanik während eines 90-minütigen Laufs zwischen AFTs und herkömmlichen Schuhen bei gut trainierten Langstreckenläufern zu vergleichen. Es gab keine Unterschiede zwischen den Schuhbedingungen hinsichtlich der Verschlechterung der RE während des 90-minütigen Laufs, aber AFTs behielten ihre vorteilhaften Eigenschaften in Bezug auf die RE über die Zeit bei und sind daher wahrscheinlich eine gute Wahl für lange Strecken. Der vollständige Text kann über Research Gate angefordert werden.
In unserem neuen „Perspectives for Progress“ Artikel in „Exercise & Sports Science Reviews“ heben wir insbesondere die Vorteile der Untersuchung zeitlicher Dynamiken mit ambulanten Datenanalysen (beispielsweise über Wearable Monitoringansätze) mittels mikro-longitudinaler Studien hervor – am Beispiel des aufstrebenden Forschungsfeldes der körperlichen Aktivität und Kognition.Dieser Studienansatz zeichnet sich durch häufige, in den Alltag eingebettete Analysemethoden innerhalb eines Probanden in relativ kurzen Zeiträumen aus. Neben ihrer Nützlichkeit für die Beantwortung offener Forschungsfragen eignen sich mikro-longitudinale Studien mit ambulanten Analysen auch gut dazu, die aus traditionellen Studienansätzen gewonnenen Erkenntnisse zu ergänzen, indem sie die Fähigkeit zu kausalen Schlussfolgerungen durch methodische und/oder datenbezogene Triangulation stärken und ressourcenintensivere, kausalitätsbestätigende Studienansätze ergänzen.In unserer spezifischen Forschung interessieren wir uns insbesondere für Kontextinformationen, die zur Interpretation beispielsweise von psychophysiologischen Daten aus Wearableanwendungen (mit potenziell großen Tag-zu-Tag Schwankungen und zahlreichen Störfaktoren; z.B. HRV-Analysen) erforderlich sind und die sich sehr gut in diesen methodischen Studienansatz integrieren lassen.Im Vergleich zu streng kontrollierten Interventionsstudien (z. B. randomisierten kontrollierten Studien) bieten Beobachtungsstudien (z. B. Längsschnittstudien) die entscheidenden Vorteile, dass sie in der Regel (1) weniger ressourcenintensiv und kostspielig sind, (2) weniger restriktive Ausschlusskriterien aufweisen, was die Repräsentativität und Verallgemeinerbarkeit mit hoher ökologischer Validität stärkt, und (3) weniger anfällig für Erwartungsverzerrungen sind, da keine Intervention durchgeführt wird. Der Volltext kann über Research Gate angefordert werden.

In dieser komplexen Studie unter der Leitung von Dr. Marcelle Schaffarczyk, die in der renommierten Fachzeitschrift MSSE veröffentlicht wurde, haben wir den Menstruationszyklus (MC) und die Phasen der oralen Kontrazeption (OC) gemonitort. Die Daten zeigten eine stabile motorische Leistungsfähigkeit und begrenzte physiologische, aber bemerkenswerte psychologische Auswirkungen. Die frühe Follikelphase (EFP, MC) und die frühe inaktive Pillenphase (EIPP, OC) waren mit einer höheren wahrgenommenen Anstrengung im submaximalen Fahrradtest sowie einem höheren wahrgenommenen Stress und einem geringeren Erholungszustand verbunden. Die Messwerte der Herzfrequenzzeitreihen-Daten während Belastung scheinen nicht von den Phasen des MC und OC beeinflusst zu werden, was als wertvolles Ergebnis für die Trainingsstuerung bei Ausdaueraktivitäten angesehen werden könnte. Messungen des psychischen Wohlbefindens könnte das Monitoring verbessern und Informationen für die Trainingssteuerung liefern, wie z.B. die Modifizierung von Belastung, Erholungsstrategien oder psychologische Interventionen. Angesichts des komplexen Zusammenspiels von biologischen und psychologischen Faktoren sowie der individuellen Variabilität in der Reaktion auf hormonelle Veränderungen ist ein personalisierter Monitoringsansatz unerlässlich, um Trainings- und Erholungsstrategien effektiv anzupassen und letztendlich sowohl die langfristige Leistungsfähigkeit als auch das allgemeine Wohlbefinden zu unterstützen. Mobile Anwendungen könnten diesen Ansatz weiter unterstützen, indem sie ein kontinuierliches Monitoring und Feedback ermöglichen und das Bewusstsein und die Sensibilität für diesen kritischen Aspekt des sportlichen Trainings und des allgemeinen Gesundheitszustands erhöhen. Der Volltext kann über Research Gate angefordert werden.
Sowohl im sportspezifischen Training als auch in der Rehabilitation kann man die Intensität beim Ausdauertraining über die Dosis und Wirkung steuern und überwachen. So lassen einerseits optimale Ergebnisse erzielen, zum anderen kann man so mögliche Überlastungen und gesundheitliche Risiken vermeiden. In unserem Übersichtsbeitrag stellen wir den Transfer zur praktischen Anwendung her zur Intensitätssteuerung und Monitoring im Ausdauertraining. Der Volltext kann über Research Gate angefragt werden.
Lest unsere neuste Übersichtsarbeit zum Thema "Dichte" als Erweiterung des F.I.T.T. Prinzips zur Steuerung von körperlicher Aktivität und Training.
In einer retrospektiven Trainingsanalyse der letzten 20 Jahre im Profibiathlon konnten wir eindeutige Muster für verschiendene Altersklassen erkennen. Ein tolles Datenset, leider hier ohne freien Volltextzugang (gerne Anfrage über Research Gate).
Hier findest du ausführliche Blogbeiträge, die unsere Forschung und deren praktische Anwendung zu ausgewählten Themen in einen größeren Zusammenhang einordnen. Weitere Inhalte sind bereits in Vorbereitung …
... die Erstellung eines Wiki und FAQ zur Anwendung der nicht-linearen HRV-Analyse in der Trainingssteuerung über die trendbereinigte Fluktuationsanalyse.
... eine Übersicht über Monitoringansätze mit Hilfe der Herzfrequenzvariabilität unter Ruhebedingungen und unter Belastungsbedingungen (z.B. Lagewechsel).
... eine Übersicht zu unseren Arbeiten zur Verletzungsmusteranalyse der Hamstringmuskulatur und anderer Muskelverletzungen im Sport.
... eine Übersicht zu unseren konzeptionellen Arbeiten zur Trainingssteuerung, Belastungs- und Beanspruchungsfaktoren in Bezug zum Dosisbegriff.
Hier findest du eine Auswahl an Büchern und anderen Publikationen für den Transfer in die Trainingspraxis in deutscher und teils englischer Sprache.

Über die Anwendung der Herzfrequenzvariabilität für Monitoringansätze ist bereits viel berichtet worden, ... aber es kann nicht schaden, bestimmte Dinge in einem anderen Kontext zu wiederholen; hier in einem Interview für Medscape zusammen mit Prof. Cailbhe Doherty.
HRV Explained: Key Insights for Athletes & Coaches - Gespräch mit Ercan Ileri von www.ileriperformance.de
Hamstrings Decoded: Anatomy, Functions & Injuries - Gespräch mit Ercan Ileri von www.ileriperformance.de
Hamstring muscle injury patterns in professional football (soccer): Potential for injury reduction by demand-specific multicomponent strength and conditioning programs - Vortrag auf der NSCA Global Conference in München 2023 (Englisch)
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Ich freue mich über Deine Nachricht zu Themen rund um Trainingswissenschaft, Verletzungsprävention, Herzfrequenzvariabilität, Wearables, Monitoring, Ausdauer- und Krafttraining. Ob in Forschung, Lehre oder Praxis – ich bin offen für wissenschaftlich fundierte Kooperationen, praxisnahe Projekte und innovative Ideen. Du kannst mich über folgendes Kontaktformular erreichen. Ich melde mich zeitnah bei Dir.